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Sarah Mühlhause in Bild Zeitung
Sarah Mühlhause in Bild Zeitung
I. Rosendahl; M. Schacht

Kennen Sie Sarah Mühlhause (26) aus Tempelhof? Nein? Ein Spanier hätte jetzt wohl "claro" - "na klar" gesagt. Die junge Berlinerin ist der neue Kino-Star Spaniens! ... Nun startet Sarah Mühlhause in Deutschland durch: Ab Juli dreht sie den Film "Neander-Jin", der nächstes Jahr zur Berlinale gezeigt werden soll.

I. Rosendahl; M. Schacht

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In Spanien ist diese schöne Berlinerin bereits ein Star: Sarah Mühlhause (27) ....
Jetzt startet sie auch in den USA durch! "Ich drehe gerade eine deutsch-amerikanische Produktion", sagt Sarah. "Noch ein paar Tage in Köln. Dann für eine Woche Los Angeles. Ich bin so aufgeregt." Einmal Hollywood, immer Hollywood? "Davon träumt jeder. Aber ich gucke mir das erst mal an."

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"Leevje" (Liebchen) war das erste kölsche Wort, das die Schauspielerin Sarah Mühlhause (27) gelernt hat. Wen wundert's, ist die Berlinerin doch ein echtes "Liebchen". Süß, sexy und ganz charmant. Derzeit dreht sie in Köln den Film "Neander-Jin", der nächstes Jahr auf der Berlinale gezeigt werden soll. "Die Kölner haben mich mit offenen Armen empfangen. Der Humor der Menschen hier ist großartig - ich fühle mich total wohl."

Express

Express Düsseldorf
Express Teil Düsseldorf
S. Dittebrand

Die kleinen Besucher des Neanderthal-Museums waren gestern völlig aus dem Häuschen, als ihnen plötzlich ein barfüßiger Mann mit ungepflegten langen Haaren und Lederkleid hinterher rannte. Doch was so aussah, als wäre ein echter Urzeitmensch einem Schaukasten entsprungen, ist in Wirklichkeit ein amerikanischer Schauspieler. Jon Chardiet steht zurzeit als "Neander-Jin" vor der Kamera.

S. Dittebrand

The Indie

von Cynthia Lechan Goodman

Einige Bilder hinterlassen ein gewisses Echo und bleiben in einem bestehen. Man will sie immer wieder sehen. Dem preisgekrönten Film Neander Jin ist es auf genau diese Art gelungen, einen Draht zum Publikum herzustellen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen ein Höhlenmensch und eine selbständige junge Akademikerin von heute. Neander Jin ist ein fesselnder Streifen, eine tiefsinnigere Neuauflage von Die Schöne und das Biest, Science-Fiction-Film, Sittenkomödie und politisch-soziale Satire in einem, die Jung und Alt gleichsam begeistert. Und das liegt daran, dass Beziehungen und zwischenmenschliche Verbindungen nur ein Teil dieser ungewöhnlichen, vielschichtigen und dennoch ausgewogenen Erforschung des Wesens Mensch und der Themen Berühmtheit, Seriosität, Humor und Leidenschaft sind.

Geschrieben und produziert wurde der Film von Florian Steinbiss, Diplom-Psychologe und Filmemacher. Er findet die begeisterten Reaktionen des Publikums geradezu erschreckend.Steinbiss erzählt, dass viele Zuschauer den Film mehr als einmal sehen wollen, in einigen Fällen sogar immer wieder, und gar nicht aufhören können, darüber zu reden. Ständig entdecken sie etwas Neues.

Einige haben den Streifen schon zum Kultfilm gekürt. Steinbiss steht diesem Erfolg völlig bescheiden und erstaunt gegenüber und ist noch dabei, den 15-jährigen Schaffensweg des Projekts und die rund 50 Lebensjahre, die ihn zur Anerkennung seines ersten Spielfilms geführt haben, zu verarbeiten.

Besonders freut es ihn, dass dieses deutsch-amerikanische Film-Abenteuer mit dem Veteranen des Filmgeschäfts Jeff Hixon als Koautor und ausführender Produzent entstanden ist.

Wie kam diese besondere Kombination von Elementen in Neander Jin zustande? Wahrscheinlich liegt es an einer Art Vorherbestimmung, am besonderen Talent und der Begeisterung von Steinbiss, einfach an Glück, aber auch gelungenen Entscheidungen.

Warum "Neander"?

Wir waren alle einmal neugierige Kinder, die in Rollenspielen Dora, Hannah Montana, Astronauten oder berühmte Baseballspieler, einfach eben jemand anderes sein wollten. Seit seiner Kindheit beschäftigte Steinbiss der Neandertaler, dessen Originalschädel noch immer im Neandertal in der Nähe seiner Heimatstadt Bonn aufbewahrt wird. Der Fundort und die Kochen beflügelten seine Phantasie und brachten ihn über seine gesamte Kindheit und die Schuljahre hinweg immer wieder dazu, sich zu "ihm" zu setzen und Zeit mit "ihm" zu verbringen. Er weiß noch, dass er sich immer fragte: "Wo kommen wir her? Wie war das Leben in den frühen Tagen der Menschheit? Wen gab es vor uns?" Heute kann man sagen, er spekulierte damals über eine Art "kollektives Gedächtnis".

Man kann den Urmenschen für eine Art Tabula rasa halten, die sich zu all dem entwickelt hat, was die moderne Gesellschaft heute darstellt. Neander Jin betrachtet den Neandertaler und die erstaunlichen Mächte und Kräfte, die sein Leben begleiteten, auf faszinierende Weise und beleuchtet dabei auch die Urtriebe, die unser Leben beherrschen und Wahrheit und Ehrlichkeit zu Tage bringen.

Steinbiss erklärt: "Wenn wir nicht versucht hätten, die Themen Wahrheit und Ehrlichkeit in zumindest einigen Momenten des Films zu behandeln, hätten wir eine einzigartige Chance versäumt und miserable Arbeit geleistet. Das wäre ein Missbrauch großartiger Ressourcen gewesen."

Die Deutschen haben sehr wohl Sinn für Humor

Steinbiss ist nie besonders ernst und inszeniert eine einzigartige Komödie der Deutschen: "Meine Landsleute sind voller Humor, nur entspricht das meist nicht der allgemeinen Wahrnehmung im Ausland." Und so hat Neander Jin eine wild zusammengewürfelte, etwas chaotische Besetzung: altkluge Studentinnen, ehrbare Wartungsmonteure, Urpatrioten, zwei zwielichtige Professoren, verrückte Ärzte, Profikiller, Anthropologen, Klatschreporter und Sensations-TV. Hinzu kommt ein breites Spektrum an Parodien auf diverse Genres wie Satiren, Gesellschaftskritik, Stummfilme, experimentelles Kino, Surreales und Absurdes!

Humor, Unterhaltung, Witz: Dieser Film ist voll von magischen Momenten, die durch die Begegnung mit dem Sinn für Humor des einzelnen Zuschauers noch potenziert werden. "Humor ist entweder eine Einstellung oder eine gesunde Reaktion auf die Absurdität, die Härte und den Spaß des Lebens", so Steinbiss. Seine Erforschung zwischenmenschlicher Beziehungen ist sowohl ernsthaft als auch humoristisch. So fragt er sich beispielsweise: Entspricht der Neandertaler dem lieben, verständnisvollen Traummann jeder Frau? Was hat ihn verändert, die Umstände oder der gesellschaftliche Kontext? Was war Liebe ursprünglich, und wo liegt die Grenze zwischen Liebe und Ausbeutung? Wie lassen sich Reinheit und Ehrlichkeit im Leben mit der Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse vereinen?" "Jeff Hixon und ich hatten unheimlich viel Spaß bei der Ausarbeitung des Drehbuchs und der Charaktere", erzählt Steinbiss.

Seinen ersten Zeitungsartikel, eine Satire, schrieb Steinbiss bereits im Alter von zehn Jahren. Satire und Komödie "helfen mir dabei, mich selbst zu ertragen und auch weiter auf kritisch-solidarische Weise mit mir selbst zu leben." Und in der Tat kommen einem gelungene Satiren wie Jack Arnolds Die Maus, die brüllte oder Kubricks Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben in den Sinn.

Steinbiss ist jedenfalls stets damit beschäftigt, seinen eigenen Neigungen zu folgen und bedient sich einiger weniger Filme rein zur stilistischen Orientierung. Zu seinen Favoriten zählen Police Academy, Hana-Bi und Einer flog über das Kuckucksnest.

Anziehungskraft nach Strich und Faden

Neander Jin gibt sich nicht zufrieden mit der Rolle der Sittenkomödie und spielt beim Thema der Rückkehr des Neandertalers mit dem Surrealen, ähnlich wie bei der Rückkehr der Dinosaurier in Jurassic Park, auf sowohl amüsante als auch ernsthafte Weise. Steinbiss behandelt eine Vielzahl von Fragen: "Worin liegt die besondere Anziehungskraft zwischen dem Neandertaler und der modernen Studentin? Auf welche Art gebrauchen und missbrauchen sich die Figuren des Films einander? Wie reagieren die verschiedenen Personen, die Medien, die Öffentlichkeit? Und was verraten ihre Reaktionen über die Personen selbst und über die Gesellschaft, und wie gestaltet sich schließlich die Reaktion auf ihre Reaktion?" Und zuletzt: "Wer ist der wahre Primitive, der zeitreisende Höhlenmensch oder der zeitgenössische Homo Sapiens?"

Damit diese vielschichtigen Beziehungen und Nebenhandlungen sich im Film erfolgreich entwickeln und die Charaktere entsprechend Raum finden konnten, bedurfte es der Einsicht von Steinbiss und Hixon. Eine dieser Nebenhandlungen wirft Licht auf das zeitgenössische Phänomen des "Schaffens und Vernichtens von Stars durch die Medien". Steinbiss beschreibt seine Methode so: "Eine nahe Betrachtung der Charaktere und eine größere Distanz durch eine Art Röntgenaufnahme aktueller kultureller Phänomene, Gesellschaftskritik. So wird alles am Ende zu einem einzigen Blickpunkt."

Auch in seiner eigenen kleinen Welt beschreibt Steinbiss ein ähnliches soziales Phänomen: "Sarah Mühlhause, die in Neander Jin die Rolle der Barbara spielt, ist eine aufsteigende deutsche Schauspielerin mit internationalem Potenzial. Als wir den Indie's for Best of Show gewonnen haben, wurde in der BILD-Zeitung bundesweit darüber berichtet, und ich wurde zur Verleihung des Goldenen Bären zum Abschluss der Berlinale eingeladen. Die gesamte Aufmerksamkeit auf dem Red Carpet galt ihr allein."

Ein perfektes Zusammenspiel

Steinbiss schlug Jeff Hixon die Idee zu Neander Jin am 1. Januar 1996 vor. Das Interesse Hixons für europäische Geschichte, das Interesse Steinbiss', der Welt die Schönheit des Rheinlandes und den Humor der Deutschen vorzuführen sowie die schrullige Idee der Zeitreise wuchsen über die Jahre und dank einer ständigen Weiterentwicklung zwischen Deutschland und den USA und zwischen den beiden Männern zum endgültigen Drehbuch zusammen. Als Hixon dann meinte: "Die Qualität ist einsame Spitze - lass' es uns angehen!", besorgte sich Steinbiss eine Kamera und einen Computer mit einem Videoschnitt-Programm, und das Abenteuer konnte losgehen.

Für das Drehbuch interessierten sich sofort ganz besondere und perfekte Profis. Englische Schauspiel-Legenden, amerikanische Starschauspieler, alle stürzten sich auf das Projekt, "änderten sogar ihre Urlaubspläne und senkten ihre Gage, um dabei sein zu können", erinnert sich Steinbiss.

Dann wurde sorgfältig mit der Erstellung eines "Simulationsfilms" begonnen, um zu sehen, an welchen Stellen des Drehbuchs noch Verbesserungsbedarf bestand. Steinbiss "merkte, dass die außergewöhnliche Besetzung es schaffte, die Charaktere wirklich zum Leben zu erwecken". Er beschloss dann, bei jedem Aspekt auf die größtmögliche Qualität zu setzen und versuchte, das Beste an Spezialisten, Sound, Drehorten, Regisseur, Effekten und Farbqualität zu bekommen.

Die Zuschauer amüsieren sich wirklich und werden zum Lachen gebracht, die vielschichtige Handlung und die diversen Genres und Stilrichtungen unterhalten, ja überwältigen sie vielleicht sogar, und das ist gut so. Zufrieden stellt Steinbiss fest, dass er ein intelligentes Publikum hat, "sie müssen ihr Hirn nicht an der Kasse abgeben, wenn sie sich eine Komödie ansehen." Und in der Tat bietet Neander Jin dem Publikum eine Komödie mit Substanz. 

Und wie geht es weiter?

Und was geschieht jetzt mit Neander Jin, da der Film fertig ist? Zuerst einmal hat er den begehrten Indie’s for Best of Show gewonnen. "Das Publikum wird dieser Film mit Sicherheit begeistern", war das Urteil des Indie Fest. Bei seinem ersten Film erkennt Florian natürlich die einzigartige Chance, die ein unkonventionelles Filmfestival wie das Indie-Fest ihm bietet. "Den Indie zu gewinnen war ein einzigartiges Erlebnis", sagt Steinbiss. "Man kann sich bei so gut wie jedem Festival der Welt bewerben. Sogar einige der kleineren erhalten tausende von Kandidaturen, doch am Ende erinnern viele Festivals an einen geschlossenen Laden. Ich war unheimlich froh, einen Preis wie diesen zu gewinnen. Das ist auch gut für das Festival. Es zeigt den Filmemachern, dass ihre Arbeit sorgfältig beurteilt wird und dass sie mit einem originellen und gut gemachten Film gute Aussichten haben zu gewinnen." 

Steinbiss plant, die kommenden anderthalb Jahre dem herkömmlichen weltweiten Vertrieb des Films zu widmen. Er meint, die Dinge bräuchten ihre Zeit, und er hat sowohl die Geduld als auch den Willen, so viel Zeit wie auch immer nötig auf die Sache zu verwenden. "Es gibt keinen Grund zur Eile", so Steinbiss. "Auch für die Postproduktion haben wir anderthalb Jahre gebraucht. Ich mache zuerst die Festivals, dann den Kinovertrieb, DVD BluRay, Kabelfernsehen und irgendwann das Web. Es war eine riesige Investition. Wir können sie nicht so einfach verschleudern."

Doch Steinbiss arbeitet nicht nur daran, Neander Jin seinem potenziellen Publikum zuzuführen, sondern ist bereits an der Fortsetzung von Neander Jin, die, so Steinbiss, "noch lustiger wird."

Welchen Rat gibt Steinbiss angehenden unabhängigen Filmemachern? "Die Anzahl der Drehorte und Schauspieler eingrenzen. Für machbare Drehorte schreiben und für Schauspieler, die man kennt und sich auch leisten kann. Die Dialoge nicht zu früh schreiben. Jede Szene grob umreißen und die drei Akte auf die Beine stellen. Die Dialoge erst ganz am Ende schreiben. So viel wie möglich umschreiben. Das Drehbuch mit den Schauspielern durchgehen. Man braucht eine Kamera und ein Editierungsprogramm, wenn man HD drehen kann. Später kann man dann zu NTSC oder PAL übergehen. Was man auch braucht, ist ein guter Soundtechniker. Dann muss man sich um die Rechte für die Filmmusik kümmern, bevor man sie in den Film einarbeitet. Auch deshalb sollte man sich rechtzeitig auf die Suche nach der richtigen Musik machen. Und vor allem sollte man nicht sein eigenes Geld verwenden!"

Das Publikum von Neander Jin kann, so Steinbiss, "die heilenden Kräfte der Komödie genießen und danach über den Film, das Leben oder noch besser die Liebe sprechen."

New York Times

...gleicht der Film ... hier und da einem Porno ohne Sex...

NYC Movie Guru

Ein zeitreisender Neantertaler (Jon Chardiet) taucht plötzlich im heutigen Deutschland auf, wo er sich mit Barbara van Schmerling (Sarah Mühlhause), einer 23-jährigen Studentin der Umweltwissenschaften anfreundet und bei ihr Unterschlupf findet. In der Folge wird daraus mehr als nur eine Freundschaft. In der Zwischenzeit haben zwei gierige, selbstsüchtige, kapitalistische Individuen, und zwar der Geschäftsmann Marc Armagnac (Milton Welsh) und der Anthropologe Jack Gallow (Jeff Hixon) andere Pläne mit dem Neandertaler und wollen sich an ihm bereichern, indem sie ihn zu einer Berühmtheit machen. Florian Steinbiss spielt Barbaras schusseligen Vater.

Neander-Jin mit Encino Man zu vergleichen, führt im Wesentlichen in eine Sackgasse, denn die beiden Filme haben nur einige wenige Elemente gemeinsam. Außerdem wäre das ein bisschen wie eine Wassermelone mit einem Orang-Utan zu vergleichen. Autor und Regisseur Florian Steinbiss und Koautor Jeff Hixon haben ein überzogenes, bizarres, verrücktes B-Movie fabriziert, das sich selbst nicht ernst nimmt und dafür reines Vergnügen mit einem irgendwie perversen, subtilen Schuldgefühl beschert.

Keiner geht in ein B-Movie und erwartet gute Darstellungen, eine geistreiche, logische Handlung und Charaktere mit einer gewissen Substanz. Stattdessen gibt es einen Haufen anarchistischen, respektlosen Spaß, solange man seine grauen Zellen am Eingang durchcheckt und einen Großteil seiner Zweifel vorübergehend aussetzt.

Steinbiss holt das Meistmögliche aus dem niedrigen Budget des Films heraus - die Spezialeffekte haben einen ganz eigenen Charme. Außerdem lässt er den Film weise nach 81 Minuten enden und hält mit viel Humor in jeder Szene ein flottes Tempo durch. Die Länge ist genau richtig, jede Minute mehr wäre zu viel gewesen. Was haben Gummibärchen und eine psychiatrische Anstalt mit den Gags des Films zu tun? Um das herauszufinden, muss man sich Neander-Jin: Return of the Neanderthal Man ansehen. Nach dem Abspann gibt es noch einen Bonus in Form einer Extra-Szene, einen sog. Stinger - das Warten lohnt!

Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger
Kölner Stadt-Anzeiger

Hollywood-Glamour und Höhlenmenschen am Rhein: Regisseur Florian Steinbiß ließ einige Kontakte spielen und brachte unter anderem das englische Schauspielerehepaar Rosalind Ayres und Martin Jarvis, beide bekannt aus "Titanic", an den Dom zum Dreh seines Films "Neander-Jin - The Return of the Neanderthal Man". Im Film spielt ein Neandertaler, dargestellt von Jon Chardiet, mit am Boden liegenden Steinchen, was eine Zeitreise auslöst - er findet sich wieder in der Düsseldorfer Wasserpumpstation der Neuzeit und wird kurz darauf auch schon von australischen Medienmogulen und zwei "Bad Boys", Milton Welsh und Manuel Struffolino, gejagt. Einzig eine "verknöcherte Umweltstudentin" namens Barbara (dargestellt von Sarah Mühlhause) beschützt ihn, versteckt ihn in ihrem Gartenhäuschen und verliebt sich in ihn. Das Ganze ist eine Satire über "Medien und Mann und Frau", wie Steinbiß erklärt. Am Set muss dabei ordentlich Stimmung gewesen sein - Hauptdarstellerin Sarah Mühlhause gibt zu, "sogar freiwillig die Abende" mit ihren Kollegen verbracht zu haben.

Rheinische Post

Rheinische Post
Rheinische Post
Jürgen Fischer

Wie aber kommt der Neandertaler, gespielt von dem Amerikaner Jon Chardiet, ins Tal zurück? Ganz einfach, erklärt der Regisseur: "Wenn die Dinos in Jurassic Park zurückkommen, kann das auch der Neandertaler." Wir sind eben interessiert an unserer Vergangenheit und unseren Vorfahren, sagt er. Zwölf Jahre habe er sich mit dem Skript beschäftigt. Entstanden sei die Idee aber noch früher. Denn seine Eltern, so der gebürtige Bonner, hatten einen "Tick" und haben den kleinen Florian stets durch die Museen geschleift. So habe er sich schon früh mit unserer Vergangenheit beschäftigen müssen. Die Komödie dreht sich um skurrile Situationen, die entstehen, wenn der Eiszeitmensch, der ohne Worte kommuniziert, auf moderne Menschen, Geldgier und Machthunger trifft. Dass der Neandertaler dabei als Keulen schwingendes Monstrum dargestellt wird, haben die Leute vom Museum dem Regisseur schnell ausgeredet. Auch der Lederumhang, den Neander Jin trägt, ist nun wissenschaftlich begründet. ...Dafür, dass es mit der Darstellung im Film nicht immer ganz so wissenschaftlich vorgeht, entschuldigte sich der Regisseur Steinbiß gestern schon mal vorsorglich: "Man darf nicht vergessen, dass in einer Komödie auch die anderen Charaktere stets überzeichnet dargestellt werden." Neander Jin: "Uäääh...."

Jürgen Fischer

Neue Rhein Zeitung Düsseldorf

Neue Rhein Zeitung Düsseldorf
Neue Rhein Zeitung Düsseldorf

Er ist zurückgekehrt: der Neandertaler. Zumindest im Film. Zurzeit laufen die Dreharbeiten zu der amerikanischen Kino-Produktion "Neander-Jin - The Return of the Neandertal Man" auf Erkrather, Mettmanner und Düsseldorfer Stadtgebiet rund um das Neandertal. Sogar im Neanderthal-Museum drehte die Crew bereits eine Szene. "Der Betrieb lief nebenher ganz normal weiter", erklärt Jan Graefe, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums. Außerdem verrät Graefe: "Requisiten für den Neandertaler im Film gab es im Museum."

Newsletter Filmstiftung NRW


Regisseur Florian Steinbiß inszeniert die internationale Produktion für die Kölner Produktionsfirma Constant Flow Production an authentischen Schauplätzen. Gedreht wurde an Außenlocations im Neandertal sowie im Neanderthal-Museum und in Erkrath sowie in Köln. Studiodrehs gab es in den neu gegründeten Mausoleum Studios Cologne in Köln-Mülheim. Alle 20 Drehtage in Deutschland fanden in NRW statt. Zusätzlich wurden drei Szenen in L.A. gedreht.

Westdeutsche Zeitung


Westdeutsche Zeitung
Ulf Maaßen

"Der Film ist eine aberwitzige Farce über den Medienrummel, den der an seinem Ursprungsort heimgekehrte Urahn der Menschheit auslöst", beschreibt Steinbiß. Natürlich gibt es eine Hetzjagd, den Versuch der Vermarktung und auch eine Liebesgeschichte. "Leicht und lustig, aber auch ein wenig scharf und kritisch, verspricht der Film durchweg gute Unterhaltung", sagt Florian Steinbiß. ...Dabei setzt der Kölner Regisseur auf den internationalen Markt. Der Film wird in englischer Sprache gedreht, hat eine internationale Besetzung und die Hauptrollen spielen der amerikanische Schauspieler Jon Chardiet und die deutsche Schauspielerin Sarah Mühlhause. ...Jon Chardiet hatte seinen Durchbruch 1984 in dem von Harry Bellafonte produzierten Film "Beat Street" und hat seitdem in vielen US-Filmen und Fernsehserien mitgewirkt. So an der Seite von Charlie Sheen in "Money Talk - Geld stinkt nicht" oder Robe Lowe in "One Hell of a Guy".

Lokalanzeiger Erkrath

Lokalanzeiger Erkrath
Lokalanzeiger Erkrath

Die Kooperation mit dem Neanderthal-Museum verläuft für beide Seiten sehr erfreulich. "Wir sind froh, dass unsere Anregungen angenommen wurden, damit der Mythos des wilden Mannes nicht so sehr die gängigen Klischees bedient", erklärt Dr. Jan Graefe, wissen-schaftlicher Mitarbeiter des Museums... Die Rolle des Neander-Jin spielt der amerikanische Schauspieler Jon Chardiet. Da seine Filmfigur zeitgemäß des Sprechens nicht mächtig ist, beschäftigte sich der Schauspieler zur Vorbereitung lange mit nonverbalem Verhalten. Er sprach in dieser Zeit auch nicht mit seiner Frau oder seinen Kindern. In die weibliche Hauptrolle schlüpft Sarah Mühlhause. Sie spielt die Umweltsoziologiestudentin Barbara von Schmerling, die dem Neander-Jin Unterschlupf in ihrem Gartenhaus gewährt und versucht, ihn vor der öffentlichen Vermarktung zu beschützen... Auch sie lebt ihre Rolle aus, um sich gemäß vorzubereiten. Mit "Method Acting" näherte sich die Schauspielerin an ihre Filmfigur. Sie wurde zur Vegetarierin und besuchte Veranstaltungen von Amnesty International oder Green Peace. "Das vermittelt ein ganz anderes Verständnis von der Rolle und ein anderes Bewusstsein bei der Beschäftigung mit der Gesellschaft", sagt die 26-jährige.

Bonner General-Anzeiger

Bonner Generalanzeiger
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Mathias Nofze

"Da oben haben wir die Krankenhausbetten hin- und hergeschoben!" Florian Steinbiss steht auf dem Schulhof der Otto-Kühne-Schule und zeigt in Richtung Fassade. Früher, in den siebziger Jahren, ging er selbst als "Pädaner" durch die Flure. Jetzt ist er wieder am "Tatort" - als Regisseur. ...Den langen Gang im ersten Stock ließ Steinbiss dafür zum Krankenhaus umgestalten. Was in der Sieben-Minuten-Sequenz passiert, will Steinbiss nicht genau verraten. Nur soviel: Jemand wird eingeliefert und wieder befreit. Dass jemand in diesem Film durchdreht, ist allerdings nicht verwunderlich. Schließlich taucht nicht alle Tage ein Neandertaler wieder auf. Wie das? "Tja, eine Zeitreise"; meint Steinbiss lakonisch bei einer Pressekonferenz, die er kurzerhand auf den Schulhof verlegt hat. Mit vor Ort sind vier junge, bestens aufgelegte Schauspieler. Ihren Frotzeleien nach zu urteilen, sind sie immer noch am Set der turbulenten Comedy. ...Milton Welsh zitiert derweil lauthals den Spruch auf der Päda-Fassade:"Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang" - na, das macht doch richtig Lust auf Schule." Doch verdankt Steinbiss seiner Penne noch mehr. "Meine journalistische Laufbahn hat hier begonnen, mit zehn Jahren. Ich habe Artikel für den "Pädanten" geschrieben. Später studierte er Psychologie. Braucht man das fürs Filmen? "Mir hilft's manchmal", sagt Steinbiss mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner Darsteller, die mal eben eine Lovestory improvisieren. "Zwischen uns hat's gefunkt", witzeln Welsh und Kirsten Hesse. "Ist ja toll, dass ich das jetzt erfahre", spielt Struffolino den Beleidigten. Dann ertönt die Pausenklingel, Schüler strömen auf den Schulhof: "Breakdance für alle!" röhrt Milton Welsh mit knarriger Stimme. ...Hoch überm Rhein spielt die Eröffnungssequenz, ein windiger Deal zwischen Medienhaien spielt sich hier ab. Und dem Kabarettisten Norbert Alich hat Steinbiss die Rolle von Otto Klein, Direktor eines Wasserpumpenwerks, direkt auf den Leib geschrieben. Einmal darf er sogar eine Arie aus der "Zauberflöte" singen.

Mathias Nofze

Best of Show

Constant Flow Productions gewinnt den
"Best of Show Award" für Neander Jin

Regisseur Florian Steinbiss war gerade dabei, die endgültige Master-Fassung für die Weltpremiere abzusegnen, da hatte der Film schon seinen ersten Preis gewonnen.
In La Jolla, Kalifornien, wurde Constant Flow Productions ausgezeichnet mit dem begehrten "Best of Show"-Award, der wichtigsten Auszeichnung, die die Jury des angesehenen Indie Fest zu vergeben hat. Nur an einen einzigen Feature-Film wurde dieser Preis vergeben - und der Jury hatte lediglich eine "Work-in-Progress-Fassung" vorgelegen.

Die Rückkehr des Neandertalers spielt mit unterschiedlichen Stilen und Genres und parodiert eine breite Palette der filmischen Gattungen. Das Filmgeschehen entwickelt eine kurzweilige, heitere Geschichte aus Ironie, Humor und absurden Überraschungsmomenten. Das Publikum darf sich auf beste Unterhaltung freuen.
Auf geheimnisvolle Weise kehrt heute der Neandertaler aus der Vor- und Frühgeschichte zurück nach Deutschland, sucht Zuflucht und findet Unterschlupf im Garten von Barbara von Schmerling, einer jungen Ökologie-Studentin. Sie nimmt ihn unter ihre Fittiche. Die Errettung des letzten Zeugnisses eines verloren gegangenen "naturhaften und ursprünglichen Menschentyps" vor dem Zugriff der "korrupten, westlichen Zivilisation" entwickelt sich für Sie zur Herzensangelegenheit.
Der Neandertaler wird verkörpert von dem amerikanischen Schauspieler Jon Chardiet ("Beat Street", "Money Talks"). Barbara von Schmerling wird dargestellt von Sarah Muehlhause ("Anna und die Liebe"). Sie hatte internationalen Erfolg mit dem spanischen Box-Office-Hit "Fuga de cerebros".

Mit dem Indie-Preis steht Constant Flow Productions jetzt in der Reihe der hochrangigen Gewinner dieser international angesehenen Auszeichnung. Thomas Baker, Ph.D., der Indie-Festival-Vorsitzende über die Preisträger: "Den Indie gewinnt man nicht so ohne weiteres. Wir bekommen Bewerbungen aus aller Welt. Dieser Preis trägt dazu bei, die Standards des Handwerklichen und der Kreativität zu definieren. Die Jury war ausgesprochen überrascht und erfreut vom hohen Niveau der Bewerbungen. Der Preis soll dazu beitragen, den Ausgezeichneten die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdient haben."